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===== Es hat geregnet =====

"Es hat geregnet."
"Regen? Echter Regen?"
"Oh ja, die Feuchtigkeit hier im Umkreis reicht vollkommen f?r eine gute Wolkenbildung aus. Und zum Gl?ck funktioniert der biologische Kreislauf noch relativ gut."

Sie gingen vor die T?r und Tridia wischte mit einem Tuch das Wasser, das in klaren funkelnden Tropfen auf der Bank zur?ckgeblieben war, beiseite. Dann setzten sie sich.

"Warum seid ihr eigentlich nicht zur?ckgegangen? Oder habt keine Nachricht geschickt, dass es euch gut geht?"
"Man h?tte uns nicht geglaubt, dass wir nach so langer Zeit keine Erfolge vorweisen k?nnen. Wir waren uns alle einig, dass unsere Auftraggeber versuchen w?rden, diesen Ort irgendwie nutzbar zu machen, wenn sie erf?hren, welch' ein Paradies wir hier haben. Ihr habt ja auf dem Weg hierher gesehen, was von dem Rest dieser Landschaft ?briggeblieben ist. Wei?t du, es ist ein ziemlicher Zufall, dass dieser Fleck hier das Inferno so unbeschadet ?berstanden hat. Es wirkt so, als w?ren die Menschen nur kurz weggegangen und k?men bald zur?ck. Mit unseren Terraforming-Ger?ten haben wir im Grunde ja versucht die L?cken im ?kologischen System zu ?berbr?cken. Und das wir dann wieder ein funktionierendes biologische Gef?ge bekommen w?rden, hat uns auch vollkommen ?berrascht." "Dann habt ihr also dieses Paradies wiederbelebt?" "Ja, so kann man es wohl sagen. Aber es war eben auch ein gro?er Zufall, dass die Natur hier nicht wie sonst ?berall komplett in sich zusammengebrochen ist. Und damit das auch in Zukunft nicht passiert, mussten wir die Existenz dieses Ortes und die Ergebnisse unserer Expedition geheim halten. Und das war am leichtesten, indem wir einfach nie zur?ckgekehrt sind. Es hat wohl auch nie wieder Versuche gegeben, diesen Ort zu erreichen. Bis jetzt..."
"Ihr f?hlt euch doch hoffentlich nicht gest?rt von unserem ... Besuch?" "Oh, nein, so war das nicht gemeint! Es ist halt nur, nun ja, wir haben halt schon lange niemanden mehr von drau?en gesehen." "Und ihr ward alle bereit f?r eure Entdeckung eure bisherigen Leben einfach aufzugeben? Eure Freunde und Familien?" Sie blickte ihm tief in die Augen und dann senkte sie den Kopf. Erst jetzt bemerkte er einen filigranen Goldring an ihrem linken Ringfinger. "Entschuldige. Ich wollte nicht..." - in alten Wunden herumstochern - die Stimmung zu nichte machen - diese dusselige Frage stellen - "Du kannst nichts daf?r. Ich w?nschte nur..." - ich h?tte mich noch von ihnen verabschieden k?nnen - "Wei?t du, die meisten hier haben keine gro?en Familien oder so. Und es war ziemlich klar, dass unser Plan fehlschlagen w?rde, wenn auch nur einer wieder zur?ckginge. Entweder alle oder keiner..."
Sie sa?en auf der Bank und blickten in den Himmel, wo sich die gro?en Cumulus-Wolken, die noch vor ein paar Minuten Wassermassen ausgespien hatten, mehr und mehr hinter dem Horizont verschzogen und dem geheimnisvollen Licht, welches diesen Ort nun erhellte, den Weg freigaben. Und als ob dieses Bild nicht schon der Inbegriff von Idylle w?re, entstieg als Kr?nung dieses Kunstwerks von Mutter Natur nun noch ein farbiger Lichtbogen der feuchten Luft und manifestierte sich am Himmel wie auf einer extra f?r ihn aufgestellten Leinwand.

"Wow, ihr habt hier holographische Projektoren beschaffen k?nnen? Das sieht wirklich ?berw?ltigend aus. Und so real."
"Nein, das haben nicht wir gemacht. Man nennt es einen Regenbogen. Das ist erst das zweite Mal, dass wir hier einen sehen k?nnen. Die hat es fr?her h?ufiger gegeben nach Regenschauern. Aber man kann sie nur sehen, wenn der Blick auf den Himmel frei ist."

Sie blieben noch eine ganze Weile regungslos sitzen und betrachteten die Erscheinung.

"Ich glaube, ich kann verstehen, warum ihr hier geblieben seid."

Er blickte in ihr Gesicht, dass immer noch gen Himmel gerichtet war. Und erstmals seit seiner Ankunft hier, glaubte er, ein L?cheln in ihrem Gesicht erkannt zu haben...

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